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#HCSMGLOBAL-CAMP, die Dritte#HCSMGLOBAL -CAMP, the third one

Brighton 12.9.2011, Zum Dritten Mal traf sich die #hcsm Community im realen Leben. Unter dem Hashtag #hcsmgbc -Healthcare Social Media Global Camp wurde einen Tag lang diskutiert. Eingeladen hatte John Worth, von Worth Digital  (@johnworth01), der uns sein ganzes Büro zur Verfügung gestellt hat – ein zweistöckiges englisches Haus, nur fünf Minuten vom Brighton Pier entfernt. Zum Auftakt gabs am Vorabend ein Dinner im besten Fischrestaurant der Stadt. Typisch britisch war das Wetter – warm, regnerisch mit “sunny spells” und ein Herbststurm der sich sehen lassen kann….

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Das Camp zeigt sehr schön, wie sich die hcsm-Bewegung von Menschen mit gemeinsamen Interessen auf Twitter zu einer lebendigen Community entwickelt hat. Zunehmendes Interesse, aber auch Beständigkeit der Teilnehmer, über 60 Prozent der Teilnehmer sind seit dem ersten Treffen in Berlin noch immer dabei, zeichnet diese Community aus. Es zeigt auch die zunehmende Mächtigkeit von Twitter, ernstzunehmende Communities entstehen zu lassen. Jeder Teilnehmer trägt dazu bei, weltoffen, über Standesgrenzen hinweg, neue Wege in der Gesundheitswirtschaft, im Gesundheitssystem anzudenken und zur Diskussion zu stellen. Auch wenn Vieles sicher nur theoretisch diskutiert wird, so ein Barcamp kann ein beispielgebendes Vorbild für viele Veranstaltungen sein, wo dezidiert manche Stakeholder erst gar nicht eigeladen werden weil man “mit denen eh nicht diskutieren kann” oder Eingeladene erst gar nicht erscheinen.

Der Ablauf:
In je drei Kleingruppen wurde jedes Thema ca 45 min diskutiert und die Ergebnisse der Gruppen in anschließenden Präsentationen  nochmals zusammengefasst. Diese Präsentationen sind als Stream sowohl live übertragen worden als auch hier als Nachschau verfügbar (in Englisch). Das Programm war sehr dicht und nur als Rahmen vordefiniert. Ein bewährtes System. Wenn diesmal  die Themen schon vorab festgelegt wurden, so sind sie doch aus den Erfahrungen und Schwerpunkten der vorangegangenen Twitterchats entstanden.

http://hcsmgbc.info/ Zusammenfassung, Stream, Fotos zu den einzelnen Sessions

Die Hashtags – #hcsmgbc

Für mich und auch andere verwirrend gabs gleich vier Hashtags. #hcsmgbc als allgemeiner Hashtag und #hcsmgbc1 #hcsmgbc2 #hcsmgbc3 für die jeweiligen Kleingruppendiskussionen. Leider konnte man das System auch anders auslegen: 3 Sessions und 3 Hashtags. Aber dennoch – wir Twítterati können auch damit flexibel umgehen. Lediglich das nachbearbeiten wurde dadurch etwas schwieriger und die 1,2,3 -Mutationen leider auch nicht mehr verfügbar (es sei denn man hat sie selbst gleich abgespeichert)..

Transkripts von #hcsmgbc erstellen ist jedoch möglich: (Achtung das Datum muss man erst eingeben!) : http://www.foxepractice.com/healthcare-hashtags/hcsmgbc/

Teilnehmer:
Die Teilnehmer aus neun verschiedenen Ländern umspannten Berufsgruppen wie Ärzte, Pharmazeut. Industrie, Healthcare Consultants sowie Patientenvertreter

Statistics: Number of Tweets:892
Average Tweets per Hour:12.39
Number of Participants:112
Average Tweets per Participant:7.96

 

 

Visualisierung via GoogleMaps: 

 

Die Themen:

1) Vertrauenswürdige FIlter und Gesundheitsinformationen im Internet

2) Die Evolution der Beziehung Arzt – Patient

3) Gesundheitssysteme: Design; Gesundheitsversorgung, Social Media – Das Ideal und die Realität

 

Session 1: Vertrauenswürdige FIlter und Gesundheitsinformationen im Internet
Dieses Thema widmete sich den hochaktuellen und immer mehr werdenen Gesundheitsinformationen im Internet. Einerseits wünschen Patienten vertrauenswürdige Seiten, andererseits wer ist verantwortlich für das was im Internet steht?

Einige Fragen, die in der Diskussion aufgetaucht sind:

Kann eine Technologie oder können Gesundheitsdienstleister als “trust filter” agieren? Sollen sie überhaupt? Und wie könnte ein patientenorientierter “trust filter” aussehen?

Ist Google derzeit unser “trust filter” Nummer Eins weil Menschen immer den ersten Ergebnissen vertrauen? Warum ist das so und wie kann man das ändern? Ist Populär gleichzusetzen mit glaubwürdig? Und HON-Code? Was ist mit Ärzten, mit Selbsthilfegruppen?.

Soll es der Staat übernehmen, die “einzig richtigen” Gesundheitsinformationen ins Netz zu stellen (“der heilige Gral”) oder ist doch jeder einzelne aufgerufen sich selbst eigene “trust filter” zu erstellen, Stichwort mündige Bürger – und ist das auch gewollt?

An den Fragen sieht man schon, es wurde sehr kontroversiell diskutiert. Einig war man sich: es gibt kein Patentrezept und schon gar keine Lösung die für alle Anforderungen passt.

 

Tweet-Statements:#hcsmgbc (sowie #hcsmgbc1 2 od 3)

@andrewspong: Those with low confidence in their ability to find health information will begin with professional advice

@andrewspong: You may already have a trust filter – perhaps you’re a member of a patient community already. Experience engenders trust.

@whydotpharma says most health information is the same/repetitive – I think ePatients want the ‘inside track’; more than the facts

@blogaceutics makes a point that not all +1’s are of the same value – consider the difference between a HCP +1 and an ePatient +1

@benwagenaar: Patients will trust page one results on Google. Assume that they are reliable. Popularity over accuracy

@aurorahealthpr: If authority certifies content is there a way to ensure it isn’t changed?

@health20Paris in France the health authority looked at certifying health info, it remains an unsolved ‘fake’ problem

@aurorahealthpr In UK pts may well go to NHS Choices first where they get good information that they shld be able to trust coming from NHS

@paulgrant Three types of information (maybe more): technical/medical, advice (i.e. PAGs), and experiential. Not all need the same filtering

@aurorahealthpr Does everything need the same level of filter? Factual h/c info prob needs higher level of trust than experiential discussions

@FrancisNamouk: The ultimate filter is the patient

@paulgrant: couch potatoes are in a whispering revolution – questioning cited Pew data that only 3% people are harmed by health misinformation

@BenWagenaar Patient associations arguably one of the best trust filters. Safe, clear and trustworthy content targeted at those who need it

@MilesDenison Hon Code was always set to fail – prescriptive response to a non-conservative and disruptive problem

@aurorahealthpr: @whydotpharma asks do pts go online to verify info because don’t trust offline info eg. dr says take this med, u go online + check

@health20Paris points out that there is no perfect solution to info on the net cos every patient wants personalized contact

@MilesDenison Exclusive – Google doesnt kill patients!

 

Session 2: Die Evolution der Beziehung Arzt – Patient
Grob umrissen geht es um die Dynamik wie sich die Arzt-Patientenbeziehung gerade ändert – und das weltweit. “Vom Gott in Weiß zum Gesundheitsguide” titelte unlängst auch ein Beitrag beim TEDx Maastricht – sehenswert!.

Patienten sind nicht mehr auf die alleinige Meinung eines Arztes angewiesen. Die Kommunikation verläuft auch zunehmend asynchron. Fragen außerhalb der Konsultationszeit tauchen auf, wollen beantwortet werden.

Im Vergleich zu den USA oder Canada ist das Engagement der Ärzte in Sachen partizipartiver Medizin in Europa generell schwächer ausgeprägt. Wie können Ärzte motiviert werden vom Thron zu steigen und auf Augenhöhe den Menschen hinter dem Patienten wahrzunehmen? Welche Rahmenbedingungen braucht es dazu? Wie können Patienten mithelfen, die schon längst auf dem Weg zum mündigen E-Patienten sind? Ist es wirklich so, dass eine Arzt-Patientenkommunikation auf Augenhöhe gleichzusetzen ist mit “ich vertraue der Expertise nicht”? Wie kann man mit dem Zeitproblem der Ärzte umgehen – “10min/3min vs Life”. Was kann Social Media dazu beitragen?

Tweet-Statements:

@aurorahealthpr: there need to be benefits for HCPs if they are going to start practising participatory medicine

@aurorahealthpr  From HCP perspective time’s biggest blocker to HCPs getting into participatory med, can we provide resources2support consultation

@aurorahealthpr: we (in UK, admin) struggle with 10 min GP consultations while in Netherlands they have to cover it all in 3mins

@aurorahealthpr  talked about tango, in one direction the dr is in charge+in the other dir pt is in charge you need to find the right dance partner

@dean_jenkins:How do you judge a good relationship

@FrancisNamouk: @andrewspong says” An effective HCP manages the patient not just their condition”

@aurorahealthpr in Nethlands they trialled twitter consultations and when it got too personal the conv goes offline

@mgfamiliarnet only with comfortable with this new techs only then HCPs will be able to achieve shared desicions with their patients

@cmeadvocate Patients are allready out there as communities,maybe its time doctors get together, too

 

Session 3: Gesundheitssysteme: Design; Gesundheitsversorgung, Social Media – Das Ideal und die Realität
Andere Länder, andere Sitten, so könnte man diese Session auch untertiteln. Die Kosten die verschiedenen Gesundheitsysteme verursachen wurden angesprochen, wie die unterschiedlichen Ziele aller Beteiligten. Allen recht zu machen scheint sowieso unmöglich, jedoch gibt es viele Wege zumindest den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden. Da kamen Beispiele aus Israel, Taiwan, Holland, UK, US und Dänemark ins Spiel und wurden demensprechend kontroversiell diskutiert.  Von staatlich zentrierten Datenbanken oder dezentral direkt beim Patienten abgelegte Daten wurde geredet aber auch: Wenn die Kommunikaiton zwischen allen Stakeholdern nicht stimmt nutzt die gesamte IT nichts.

Es ging um den sinnvollen Einsatz von Social Media und dem neuen Trend der Gamification, Risiken und Nachhaltigkeiten von Kampagnen, Effizienz und Kosteneinsparungen, soziale Beziehungen, Werte, oder welche Werte sind für ein Gesundheitssystem ausschlaggebend. Wie realistisch sind Designs und was davon kann in der Realität bestand haben?

Tweet-Statements:

@pharmaphorum: And the “what’s in it for me” has to apply to all partners in sm projects for real success – patients, HCP and pharma!

@dean_jenkins: Q3 is enabling and extending the discussion more important than the social media technology

@johnworth01 alison said in our group “I don’t design products , I build relationships”

@dean_jenkins: gamification in #hcsm ideas? Patient flash mobs? First responder badge for support networks? Where’s my doc gone (gecache)?

@dean_jenkins: go go go RT @Dawidge And “healthy birds?” RT @dean_jenkins Aha quick register on pharmville.com 😉

@andrewspong imagining to overcome h/c fears. fear is the mindkiller in healthcare design

@benwagenaar Healthcare Systems becomes social design of care

 

Blogposts 

kyoh.org Info
http://kyoh.org -bens-reflections
Thoughts-from-HCSM-Global-Camp/
engagementstrategy – hcsm-global-camp/
creationhealthcare
whydotpharma.com
Healthcare meets Social Media

Infos zu #hcsmeu in Deutsch:
http://www.hcsmeu.at

PierBrighton

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