{"id":327,"date":"2012-04-16T17:09:51","date_gmt":"2012-04-16T16:09:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.medtermine.at\/blog\/?p=327"},"modified":"2012-04-16T17:09:51","modified_gmt":"2012-04-16T16:09:51","slug":"jahrestagung-der-hl7-anwendergruppe-osterreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.medtermine.at\/mt\/2012\/04\/16\/jahrestagung-der-hl7-anwendergruppe-osterreich\/","title":{"rendered":"Jahrestagung der HL7 Anwendergruppe \u00d6sterreich"},"content":{"rendered":"<p><!--:de-->Am 21.3.2012 fand unter dem Titel\u00a0\u201cIntelligente Nutzung von Gesundheitsdaten\u201d die Jahrestagung der HL7 Anwendergruppe \u00d6sterreich statt. Den 12 Vortr\u00e4gen lauschten ca. 80 interessierte Teilnehmer. Ungew\u00f6hnlich der Veranstaltungsort, ein umgebauter Weinkeller, der leider weder WLAN noch irgendein Handysignal nach au\u00dfen und nach innen lies. Gut f\u00fcr die Vortragenden, schlecht um mit zu twittern, doch bei so hochkomplexen Fachthemen wie der HL7 kann man die Sinnhaftigkeit des Twitterns sicher diskutieren (Zielgruppe, Komplexit\u00e4t).<\/p>\n<p>Doch nun zum Bericht:<\/p>\n<p><!--:--><!--:en--><\/p>\n<p><!--:--><!--more--><!--:de--><\/p>\n<p>\u201cI have a dream\u201d so titelte Susanne Herbek, Ihres Zeichens GF der ELGA GmbH. gleich zu Beginn ihren Vortrag. ELGA was ist es, was macht es und jede Menge schon bekannter Fakten. \u201eWas w\u00fcnscht sich der Patient?\u201c \u2013 Eine gute Frage, die Peter Haas, Prof. der FH Dortmund im anschlie\u00dfenden Vortrag einleitend stellte und versuchte zu beantworten:<\/p>\n<ul>\n<li>Wieder gesund zu werden<\/li>\n<li>Optimal und sicher versorgt sein<\/li>\n<li>gute Kooperation zwischen seinen Behandlern \u2013 untereinander und auch mit ihm<\/li>\n<li>Unterst\u00fctzung im Krankheitsmanagement<\/li>\n<\/ul>\n<p>Aber auch Behandler haben W\u00fcnsche, die er wie folgt anf\u00fchrte:<\/p>\n<ul>\n<li>gebrauchstaugliche L\u00f6sungen<\/li>\n<li>optimale Unterst\u00fctzung der Arbeit<\/li>\n<li>keinen zus\u00e4tzlichen Overhead<\/li>\n<li>Entlastung<\/li>\n<li>Rechtssicherheit<\/li>\n<li>gekl\u00e4rte haftungsrechtliche Fragen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die elektronische Gesundheitsakte sei an sich ein \u201epassives elektronisches Element\u201c und er stellte die Frage ob man nicht schon heute \u00fcber zus\u00e4tzliche Funktionalit\u00e4ten wie Patiententagebuch, Erinnerungssystem, Monitoring nachdenken sollte &#8211; \u00a0\u201eWarum soll eine Akte keine sms verschicken k\u00f6nnen?\u201c Zu bedenken sei allerdings den digital Divide in der Bev\u00f6lkerung, auch wenn das in der IT alles gar nicht so komplex sei wie immer dargestellt w\u00fcrde. Eine reine Aktenfunktionalit\u00e4t erf\u00fclle weder Versprechungen noch Erwartungen und\u00a0 die vielf\u00e4ltigen Aspekte von Patienten und Behandlern seien zu ber\u00fccksichtigen, so sein Fazit.<\/p>\n<p>Werner Hackl, UMIT, Institut f\u00fcr Medizinische Informatik, wartete mit einem Praxisbeispiel auf \u2013 der M\u00f6glichkeit der Sekund\u00e4rnutzung von Pflegedaten und zitierte einleitend aus einem Paper:<\/p>\n<p>Der Verbreitungsgrad elektronischer Dokumentation steigt im klinischen Bereich st\u00e4ndig an. z.B. Patientenmanagementsysteme sind zu 91% im Einsatz w\u00e4hrend\u00a0 aber die Pflegedokumentation nur zu 67% \u00a0vorhanden ist (Zahlen f\u00fcr Deutschland: Patientenmanagementsysteme zu 90%, Pflegedokumentation zu 27%)<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.biomedcentral.com\/content\/pdf\/1472-6947-10-8.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">H\u00fcbner et. al. BMC Med Inform Decis Mak 2010; 10:8<\/a>\u00a0<\/strong>(pdf)<\/p>\n<p>Patientensicherheit und ungenutzte Datenrepositorien waren genug Motivation ein Projekt an der TILAK durchzuf\u00fchren. Aktuelle Schwierigkeiten seine propriet\u00e4re Standards, der Umstieg von Papier auf elektronische Dokumentation w\u00fcrde meist 1:1 umgesetzt und auch dem Pflegepersonal sei der Sinn der Dokumentation zu wenig kommuniziert \u2013 es w\u00fcrde meist als zus\u00e4tzlicher Aufwand gesehen.<\/p>\n<p>Am Beispiel TILAK \u2013 Nursing Data Mart Teilprojekt 1 zeigte er Auswertem\u00f6glichkeiten aus horizontaler Sicht (Patienten- &amp; Fallbasiert ) als auch aus vertikaler Sicht (Patienten-\u00fcbergreifend) mit hohem Zukunftspotential.<\/p>\n<p>Jozef Aerts, Lektor an der Fachhochschule Joanneum Graz, lie\u00df mit dem Vortrag \u201e CDISC Standards und Integration von medizinischer Dokumentation und Forschung\u201caufhorchen. Fachspezifischen Einblicke in IT Standards sind das eine, die aktuelle Arbeitssituation eines Pr\u00fcfarztes ein anders. Bildlich gesprochen : Es sei wie im Mittelalter \u2013 HIS\/KIS und EDC mit Copy.Paste zu bearbeiten sei immer noch Alltag, wie einst M\u00f6nche B\u00fccher h\u00e4ndisch kopiert haben. Eben zu viele Standards, die miteinander nicht kompatibel seien. Aber durchaus mit einem positiven Fazit: Es w\u00e4re schon m\u00f6glich, die Standards kompatibel zu machen.<\/p>\n<p>Klaus-Peter Adlassnig, Medexter und\u00a0 Zentrum f\u00fcr Medizinische Statistik, Informatik und Intelligente Systeme der Medizinische Universit\u00e4t Wien, referierte \u00fcber die M\u00f6glichkeiten einer IT unterst\u00fctzten klinischen Entscheidungshilfe mit Hilfe des Arden Syntax und HL7. Das vorhandene Wissen aus Datenbanken (Literatur) soll so aufbereitet werden, dass \u00c4rzte f\u00fcr einzelne Patienten leichter zu einer Entscheidung in Diagnose und Behandlung kommen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bei Bernd Blobel, PhD, FACMI, FACHI, HL7 Fellow, Associate Professor Uni Regensburg, ging es um \u201eQuo Vadis Interoperability \u2013 Erzwungene Gleichheit oder intelligent vermittelte Verschiedenheit\u201c. In verteilten Umgebungen, verschiedene Teams zusammenzubringen sei nicht immer einfach und f\u00fchre zu Anpassungsunterschieden \u2013 aber auch zwei HL7 die dann nicht miteinander kommunizieren k\u00f6nnten. Sein Fazit:<\/p>\n<ul>\n<li>Interoperabilit\u00e4t erfordert fachliche, insbesondere aber soziale Kompetenz.<\/li>\n<li>Sie kann nicht von den Gesch\u00e4ftsprozessen und \u2013interessen isoliert werden.<\/li>\n<li>Interoperabilit\u00e4t zwischen menschlichen Akteuren muss auf der nat\u00fcrlichen Sprache basieren, dabei kulturelle und sprachliche Grenzen \u00fcberwindend.<\/li>\n<li>Die Informationstechnologie hat in den verschiedenen Phasen ihrer Entwicklung von der Rechentechnik\/Datenverarbeitung bis hin zur modernen IT die Nutzer zu primitiven Konstrukten \u201ezur\u00fcckgezwungen\u201c und n\u00e4hert sich nun langsam wieder der reichen menschlichen Denk-, Ausdrucks- und Verfahrensweise.\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p>J\u00fcrgen Brandst\u00e4tter, IHE Pharmacy co-chair, CodeWerk Software Services and Development GmbH,\u00a0 zeigte in einem \u201enotbest\u201c Practice Beispiel wie Projektans\u00e4tze auch scheitern k\u00f6nnen, indem sie zu einfach gedacht wurden und wie man dadurch auf bessere Ans\u00e4tze gebracht wird. Daher war dieser Vortrag ein \u201ejust in work\u201c Vortrag. Eben: \u201cMedication Documentation &#8211; A structured genealogy of the way into chaos \u201c. F\u00fcr Interessenten gibt es jede Menge Links zu Wikis und .docs.<\/p>\n<p>Gesundheitspolitische Chancen durch bessere Daten versprach Victoria H\u00f6\u00df, Ass. Dr. an der UMIT und verst\u00e4rkte die Aussage, es gebe zu viele Datenfriedh\u00f6fe und die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen f\u00fcr gesundheitsrelevante Wissenschaft seinen Datenverf\u00fcgbarkeit und Datenqualit\u00e4t. M\u00f6gliche Einsatzgebiete solcher Langzeitforschung, wenn Daten vorhanden w\u00e4ren, w\u00e4re auch die gesundheitspolitische Steuerung zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Beate Hartinger-Klein, Hartinger-Consulting GmbH, referierte \u00fcber \u00a0Chancen und Gefahren der Telematik in der Medizin und stellte die Telemedizin als verbindendes Element zwischen Patient, Kostentr\u00e4ger und Klinik dar.<\/p>\n<p>Christoph Rinner, Arbeitsgruppe Medizinische Informations- und Medizinische Auswertesysteme Medizinische Universit\u00e4t Wien, referierte \u00fcber \u201eDetailed Clinical Models in der elektronischen Gesundheitsakte \u2013 potentielle Anwendungsszenarien in ELGA.<\/p>\n<p>Alexander Mense und Stefan Sabutsch waren im Dialog zu \u201eSekund\u00e4rnutzung von Gesundheitsdaten Standards und internationale Ans\u00e4tze\u201c wo es nochmals um Zusammenfassende Fakten und Visionen zum Thema HL7 ging.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend er\u00f6ffnete \u00a0Karl P. Pfeiffer, FH JOANNEUM dem Publikum neue Welten in der Zukunft mit dem Titel \u201eWas w\u00e4re wen MAN will?\u201c z.B wenn man ELGA schon h\u00e4tte.\u00a0 und zerpfl\u00fcckte in einigen Beispielen (selbst angemerkt als Nicht-Jurist) das Rechtsgutachten zu ELGA mit z.B. \u201ewas sind \u201elebenswichtige\u201c Interessen?\u201c Wieder vom Patienten ausgehend entwarf er mit Health 2.0, Ehealth, Apps und ein bisschen Kommunikation ein m\u00f6gliches Zukunftsszenario und taufte schlussendlich ELGA in PEGA\u00a0 &#8211; Pers\u00f6nlicher Gesundheitsakte um. Erw\u00e4hnenswert auch, dass er, wom\u00f6glich erstmals in \u00d6sterreich, die Studie von Lucien Engelen \u00fcber die Nutzung von sozialen Medien durch Spit\u00e4ler in ganz Europa gezeigt hat. Hier der Link zum Blog: <a href=\"http:\/\/hospitalseu.wordpress.com\/\">http:\/\/hospitalseu.wordpress.com\/<\/a><\/p>\n<p><strong>Mein Kommentar:<\/strong><\/p>\n<p>Die sehr tiefen Einblicke in die IT Architektur und Standards und die oft weit davon entfernten Anwenderszenarien zeigen auf wo viele der Schwierigkeiten in der Umsetzung von IT Projekten liegen: In der Kommunikation, basierend auf den unterschiedlichen Denkweisen und einem nicht zu untersch\u00e4tzendem komplexen Umfeld.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: Wenn ein ITler von einer Datenbankstruktur redet, meint er z.b. zusammenh\u00e4ngenden Tabellen, Abfragen etc. Wenn ein Anwender von Struktur redet, k\u00f6nnte er z.B. vom Layout oder der Anordnung der Felder im Formular reden. Hier braucht es meiner Meinung nach noch viele Schnittstellenkommunikatoren, die eine konstruktive Arbeit erm\u00f6glichen, denn sonst bleibt IT, so wie Haas es auf einer Folie benannte, ein \u201e<em>passives dummes Instrument<\/em>\u201c und geht an der allt\u00e4glichen Realit\u00e4t vorbei, und schlimmer noch, wird nur als zus\u00e4tzlicher Aufwand gesehen und so wenig wie m\u00f6glich verwendet \u2013 und das wom\u00f6glich zum Unwohl der Patienten.<\/p>\n<p>Wer mehr Infos zum Thema braucht und in die Tiefen der IT einsteigen will, der sei auf die Website der HL7 Anwendergruppe \u00d6sterreich verwiesen: <a title=\"hl7 Austria\" href=\"http:\/\/www.hl7.at\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=68&amp;Itemid=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">HL7.at<\/a><\/p>\n<p>Eine Anmerkung zu Twitter gibts noch: Nat\u00fcrlich ist das Thema sehr spezialisiert und man w\u00fcrde nicht vermuten, dass auf Twitter solche Themen diskutiert werden &#8211; zumindest nicht im deutschsprachigen Raum. Es lohnt sich allerdings trotzdem nach den Hashtags #hitsm \u00a0#hl7 \u00a0#healthit oder #ehealth zu suchen. F\u00fcr Nichtwitterer: einfach einen Hashtag in die Twittersuche eingeben und staunen \ud83d\ude09 \u00a0&#8211; <a href=\"https:\/\/twitter.com\/#!\/search-home\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Twittersuche<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/#!\/search\/realtime\/%23hl7\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Twittersuche mit #hl7 vorausgef\u00fcllt<\/a><\/p>\n<p>(Fotocredit: www.hl7.at)<!--:--><!--:en--><\/p>\n<p><!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 21.3.2012 fand unter dem Titel\u00a0\u201cIntelligente Nutzung von Gesundheitsdaten\u201d die Jahrestagung der HL7 Anwendergruppe \u00d6sterreich statt. Den 12 Vortr\u00e4gen lauschten ca. 80 interessierte Teilnehmer. Ungew\u00f6hnlich der Veranstaltungsort, ein umgebauter Weinkeller, der leider weder WLAN noch irgendein Handysignal nach au\u00dfen und nach innen lies. Gut f\u00fcr die Vortragenden, schlecht um mit zu twittern, doch bei so hochkomplexen Fachthemen wie der HL7 kann man die Sinnhaftigkeit des Twitterns sicher diskutieren (Zielgruppe, Komplexit\u00e4t). Doch nun zum Bericht:<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":347,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[54],"class_list":["post-327","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-osterreich","tag-hl7-2"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.medtermine.at\/mt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/327","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.medtermine.at\/mt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.medtermine.at\/mt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medtermine.at\/mt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medtermine.at\/mt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=327"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.medtermine.at\/mt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/327\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medtermine.at\/mt\/wp-json\/wp\/v2\/media\/347"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.medtermine.at\/mt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=327"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medtermine.at\/mt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=327"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medtermine.at\/mt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=327"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}