{"id":730,"date":"2012-12-06T16:55:38","date_gmt":"2012-12-06T15:55:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.medtermine.at\/blog\/?p=730"},"modified":"2012-12-06T16:55:38","modified_gmt":"2012-12-06T15:55:38","slug":"elga-international","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.medtermine.at\/mt\/2012\/12\/06\/elga-international\/","title":{"rendered":"&#8222;ELGA&#8220; International"},"content":{"rendered":"<p><!--:de-->Unter dem Titel\u00a0&#8222;ELGA international&#8220; lud die Wiener \u00c4rztekammer zur Veranstaltung. Wie ist es in anderen L\u00e4ndern um eine nationale eHealth Strategie bestellt? Ungef\u00e4hr 50 Interessierte folgten der Einladung.<\/p>\n<p><strong>Schweiz<\/strong><\/p>\n<p>Den Auftakt machte Adrian Schmid, Leiter &#8222;<a href=\"http:\/\/www.e-health-suisse.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">eHealth Swiss<\/a>&#8220; mit einem klaren Statement: &#8222;Die Schweiz hat 26 Kantone, 4 Sprachen und unterschiedliche Kulturen und daher auch 26 Gesundheitssysteme&#8220;. Daher sei der Wunsche ein nationales Programm zu haben gar nicht m\u00f6glich. Jeder Kanton mache seine eigenen Schritte, manche seien sehr weit, manche nutzen die IT noch gar nicht. Die digitalen Medien b\u00f6ten neue Freiheiten, B\u00fcrger werden zu Journalisten, Endnutzer w\u00fcrden gest\u00e4rkt und Patienten r\u00fccken in den Mittelpunkt. Zur aktuellen Lage berichtet er: Die schweizer Versicherungskarte funktioniert \u00e4hnlich wie die \u00f6sterreichische eCard. 2007 wurde ein Strategieplan erarbeitet, der vorsah, bis 2015 ein ePatientendossier einzuf\u00fchren. Es g\u00e4be derzeit wohl einige Projekte wie <a href=\"http:\/\/www.e-toile-ge.ch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">e-toille<\/a>, die gut funktionieren. Ziel sei es in Zukunft nationale Vernetzungen der einzelnen Projekte zu schaffen. Als eHealth-Ziele sieht er Spitalseffizient, Vernetzung, Dokumentaion und \u00dcbergabe sowie integrierte Versorgung und Patientensicherheit. Seine Vision: Er wage zu sagen, dass das &#8222;e&#8220; vor den Begriffen in 20 Jahren keine Rolle mehr spielt und &#8222;e&#8220; selbstverst\u00e4ndlich ist.<\/p>\n<p><strong>Deutschland<\/strong><\/p>\n<p>Ute Taube, Vorstandsmitglied der s\u00e4chsischen Landes\u00e4rztekammer in Deutschland begann mit dem GKV Modernisierungsgesetz 2003 das vorsah, die elektronische Gesundheitskarte bis 2006 eingef\u00fchrt zu haben. Jetzt, 2012, sei sie immer noch nicht da. Zum Gesundheitsystem in Deutschland: \u00dcber 80 Prozent der Bev\u00f6lkerung ist versichert, 20 % davon sind privat versichert. Der Ausstattungsgrad der Praxen sei sehr heterogen, von Bundesland zu Bundesland verschieden. Die elektronische Abrechung mit den Versicherungen ist seit ein paar Jahren verpflichtend. Als Beispiel eines Pilotprojektes stellte sie das e-Medikationsprojekt vor. Es nahmen 25 \u00c4rzte, 29 Apotheken und 1 Krankenhaus daran teil. In der ersten Phase wurden schon schwerwiegende M\u00e4ngel festgestellt: Kartenterminals und Inkompatibilit\u00e4ten zu Ordinationssoftware, Stapelsignaturen waren nicht m\u00f6glich, Schwieirigkeiten zur Schnittstelle der Apothekersoftware und viele Verz\u00f6gerungen. Nach Abbruch der ersten Phase musste einen Neukonzeptionierung durchgef\u00fchrt werden. Der propagierte Notfalleinsatz scheiterte &#8211; Nur 5 von 144 Datens\u00e4tzen konnten im Krankenhaus eingelesen werden. Weiters sei der sechsstellige Pin f\u00fcr Patienten eine H\u00fcrde.\u00a0Ob Daten dezentral oder zentral gespeichert werden, sei derzeit in Diskussion, z.B. beim eArztbrief, wo es ebenfalls Pilotprojekte gibt.<\/p>\n<p><strong>D\u00e4nemark<\/strong><\/p>\n<p>Weiter ging die internationale Reise nach D\u00e4nemark, das Jens Christian Ehlers, MD, Allgemeinmediziner n\u00e4her brachte. Hierzu gab es eine kurze Einf\u00fchrung in die digitale Kultur der D\u00e4nen. 90 % der Bev\u00f6lkerung benutzen das Internet im Bereich Gesundheit in irgendeiner Form. Die nationale Gesundheitsplattform <a href=\"www.sundhed.dk\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sundhed.dk<\/a> verzeichnet ca 30mio Seitenaufrufe pro Jahr (Bev\u00f6lkerung: 5mio) Ein Drittel der Benutzer seien mit der Information zufrieden und jeder 5te Patient erspart sich damit einen Arztbesuch pro Jahr. Fast die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung kommuniziert per Email mit dem Hausarzt. Dennoch sind ein Drittel der Patienten unsicher ob sie die vom Arzt gegebenen Information richtig verstanden haben und benutzen dann das e-journal um nachzulesen. \u00a0Eine staatliche Krankenversicherung und strikte Abgrenzung des prim\u00e4ren und sekund\u00e4ren Gesundheitssektors seien Eigenschaften des d\u00e4nischen Gesundheitswesens. Die Kommunikationswege seien kurz. B\u00fcrger bekommen eine staatliche Registrienummer, die Karte selbst ist aber kein Informationstr\u00e4ger.<br \/>\nDen D\u00e4nen eigen ist eine hohe Autonomie und Eigenverantwortung als Patient, ein hoher Bildungsstand und eine relativ offene Haltung personenbezogener digitaler Daten. So w\u00fcrde auch eine einfache Abfrage, ob man als Arzt berechtigt sei, die Daten des Patienten einzusehen ohne weitere Identifikation mit einem Klick best\u00e4tigt. Der Patient habe ohnehin die Aufzeichnung wer auf seine Daten zugegriffen habe.<br \/>\nDie Publikumsfrage zum Stromausfall beantwortete er so: &#8222;Dann schicken wir die Patienten wieder heim, aber das akzeptieren sie auch &#8211; wobei es in 13 Jahren nur eine halbe Stunde nicht funktioniert hat&#8220;.<br \/>\nEhlers versuchte live in sein Patientenprofil einzusteigen, scheiterte aber daran, dass dieses nur von D\u00e4nemark aus verf\u00fcgbar ist. Auf die Frage wie man dann im Ausland an seine Daten komme, antwortete er &#8211; man mailt dem Arzt und der druckt die Daten aus&#8230;.<\/p>\n<p><strong>\u00d6sterreich<\/strong><\/p>\n<p>Dietmar Jahnel, Univ. Prof. f\u00fcr Datenschutz an der Universit\u00e4t Salzburg versuchte einige neue Aspekte in die heimische Diskussion zu stellen. Da sich hier die Ereignisse \u00fcberschlagen sei es gar nicht m\u00f6glich einen aktuellen Vortrag zu halten.(<em>-&gt; Anmk. Redaktion: daher gibts hier auch keine Nachlese). <\/em>Als roter Faden durch seinen Vortrag erw\u00e4hnenswert erscheint dennoch die Formulierung &#8222;das gelindeste Mittel&#8220;, die, wie er meinte, noch nie jemand \u00fcberhaupt diskutiert h\u00e4tte.<\/p>\n<p><strong>Kommentar:<\/strong> Jedes Land versucht hier auf seine eigene Weise mit dem Thema digitale Patientendaten umzugehen. Dennoch geht mir einiges ab: Wieso kann es sein, das in Deutschland ein eMedikationsprojekt daran scheitert, dass grundlegende Funktionen gar nicht ber\u00fccksichtigt sind, wie z.B. Stapelmedikation? K\u00f6nnte man hier nicht vorher \u00c4rzte in das Projektdesign einbeziehen oder zumindest eine Arbeitsprozessanalyse durchf\u00fchren? \u00a0Leider ist das in \u00d6sterreich auch bekannt, denn auch von der eCard \u00a0wird immer wieder berichtet, dass das System im Spital nicht funktioniere &#8211; da Multizugriffe nicht eingeplant w\u00e4ren.<br \/>\nKommunikation zwischen IT und den Nutzern im Vorfeld w\u00e4re sicher hilfreich&#8230;<br \/>\nEin weiterer Punkt ist der Zugriff aus dem Ausland, der in D\u00e4nemark wenig durchdacht ist. Klar von Vorteil ist da ein IT-kundiger, der sich einen Proxy sucht&#8230;<!--:--><!--:en--><\/p>\n<p><!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter dem Titel\u00a0&#8222;ELGA international&#8220; lud die Wiener \u00c4rztekammer zur Veranstaltung. Wie ist es in anderen L\u00e4ndern um eine nationale eHealth Strategie bestellt? Ungef\u00e4hr 50 Interessierte folgten der Einladung. 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